Falscher Geist, reale Folgen - Geschichten um Geistersichtungen Teil 2

Falscher Geist, reale Folgen - Geschichten um Geistersichtungen Teil 2

In dem heutigen Blogbeitrag geht es um Geister, die keine waren. Und obwohl die Geister fake waren, waren die Auswirkungen real.

Es gibt zahlreiche aufgezeichnete Fälle von mutmaßlichen Geistersichtungen, die sich am Ende als Betrügereien herausstellten. Doch wenige haben eine derartige Sensationsgier hervorgerufen wie der „Cock Lane Ghost“.

Der Geist von Cock Lane

1759 zogen William Kent und seine Verlobte Fanny in ein Haus auf der Cock Lane, einer schmalen Gasse im Londoner Viertel Smithfield. 6 Monate später sollten sie wegen einer Geldstreitigkeit wieder ausziehen müssen. Denn der Vermieter Richard Parsons weigerte sich, ein Darlehen, welches William Kent ihm gewährt hatte, zurückzuzahlen. Kurz darauf starb Fanny an den Pocken. Im Januar 1762 war William schockiert, einen Artikel über sich selbst im Public Ledger zu lesen. Der Beitrag implizierte, dass William Fanny ermordet habe. Der Verantwortliche für diese unglaubliche Geschichte war Richard Parsons, der behauptete, dass das Haus in der Cock Lane, welches William und Fanny bewohnt hatten, nun von Fannys Geist heimgesucht werde.

Angeblich erschien Fanny vor Parsons und sagte ihm, dass sie nicht an den Blattern gestorben sei, sondern dass ihr Mann sie mit Arsen vergiftet hätte. William wurde daraufhin in sein ehemaliges Haus zu einer Seance eingeladen, in welcher ein Geistlicher namens John Moore Fannys Geist beschwören sollte. Nachdem dem Gespenst eine Reihe von Fragen gestellt worden waren, antwortete dieses mit einer Serie von Klopfzeichen und entlarvte William schließlich damit als Mörder. Der Cock Lane Geist wurde zu einer solch sensationellen Story, dass riesige Menschenmengen dorthin strömten. Seancen wurden zu einem regelmäßigen Ereignis. Schließlich wurde die ganze Geschichte größtenteils als Schwindel angesehen, als Parsons jüngere Tochter Elizabeth dabei erwischt wurde, wie sie auf ein Brett schlug, um die geisterhaften Klopflaute zu simulieren. Um seinen Namen wieder reinzuwaschen, verklagte William Kent Parsons, Reverend Moore, Parsons Ehefrau und einen Bediensteten wegen Verschwörung. Sie erhielten kurze Gefängnisstrafen und mussten William eine Entschädigung zahlen.

Weniger glimpflich ging es für die Beteiligten in der nächsten Geschichte aus.

Der Geist von Hammersmith

Am 3. Januar 1804 wurde Francis Smith, ein Zollbeamter aus Hammersmith (Stadtteil von London), wegen der Erschießung des Maurers Thomas Millwood verhaftet. Jedoch behauptete Smith, dass er in Notwehr gehandelt hatte. Und dafür hatte er eine Wahnsinns-Ausrede. Millwood trug weiße Kleidung und so glaubte Smith, er würde einen Geist erschießen! Ob du es glaubst oder nicht, zu dieser Zeit klang das nicht einmal sonderlich weit hergeholt! Hammersmith war zuvor bereits seit einem Monat von zahlreichen Sichtungen einer scheinbar geisterhaften Erscheinung geplagt worden. Doch die Dinge spitzten sich zu, als eine schwangere Frau behauptete, von dem Gespenst angegriffen worden zu sein und zwei Tage darauf verstarb.

Bewaffnete Vigilanten begannen damit, nach dem „Geist“ zu suchen. Und es sieht ganz so aus, als ob auch Francis Smith in der Nacht des 3. Januar genau das getan hat, als er Thomas Millwood erschoss. Da die Gemeinde so verängstigt wegen des „Hammersmith Ghost“ war, überlegten die Leute, ob Smith für Millwoods Tod verantwortlich gemacht werden sollte. Doch er wurde trotzdem wegen vorsäzlichen Mordes angeklagt. Während des Prozesses sagten verschiedene Menschen aus, dass auch sie Millwoods weiße Kleidung zum Fürchten fanden und ihn deshalb fälschlicherweise für ein Gespenst hielten. Die Geschworenen entschieden zunächst, Smith lediglich wegen Totschlages zu verurteilen. Jedoch gab der Richter diesem Urteil nicht statt und sagte ihnen, dass sie Smith entweder des Mordes für schuldig sprechen oder ihn freisprechen müssten. Sie entschieden sich schließlich für einen Schuldspruch und Smith wurde zum Tode verurteilt. Doch Smith erhielt wenig später eine königliche Begnadigung, welche das Todesurteil in ein Jahr Zwangsarbeit umwandelte. Nach diesem kuriosen Vorfall wurde der Geist von Hammersmith nie wieder gesehen.

Was glaubst du, gab es doch einen Geist von Hammersmith? Oder sind alle Geistergeschichten fake wie die von Cock Lane?

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