Justizirrtum wegen Geist - Geschichten um Geistersichtungen Teil 5

Justizirrtum wegen Geist - Geschichten um Geistersichtungen Teil 5

Im letzten Beitrag unserer Reihe geht es um kuriose Gerichtsverhandlungen, bei denen eine mutmaßliche Geistersichtung zu Justizirrtümern führte.

Die erste Geschichte beweist, dass man seinen Träumen nicht immer glauben sollte.

Der Geist von Russell Colvin

Im Mai 1812 verschwand ein Mann namens Russell Colvin auf mysteriöse Art und ohne Erklärung aus seiner Heimatstadt Manchester, Vermont. Colvin war der Schwager der beiden Brüder Jesse und Stephen Boorn, die ihn nie leiden konnten. Colvins Verbleib blieb die nächsten sieben Jahre unbekannt, bis der Onkel der Boorn-Brüder, Amos Boorn, eine ziemlich schräge Story erzählte. Offenbar hatte Amos wiederkehrende Alpträume gehabt, in denen der Geist von Russell Colvin an seinem Bett erschien. Der Geist sagte, dass man ihn ermordet habe und führte Amos zu einem Kellerloch auf der Farm der Boorn Familie, wo seine Überreste versteckt sein sollten. Nach einer Durchsuchung des Kellers wurden jedoch keine menschlichen Überreste gefunden, dafür allerdings einige Gegenstände, die Colvin gehört hatten. Kurz darauf buddelte ein Hund einige Knochenreste an einem anderen Ort auf der Farm aus.

Daraufhin wurden die beiden Brüder verhaftet und des Mordes an Russell Colvin angeklagt. Nach einem gewaltsamen Verhör gestanden beide schließlich das Verbrechen. Selbst, als bekannt wurde, dass Colvins sogenannte Überreste in Wahrheit zu einem Tier gehörten und dass die Geständnisse der Beschuldigten erzwungen worden waren, gab es noch genügend Indizienbeweise, um sie zu verurteilen. Jesse Boorn erhielt eine lebenslange Gefängnisstrafe, während sein Bruder Stephen zum Tode durch den Strang verurteilt wurde. Als jedoch im November 1819 ein Artikel über die Urteile der beiden Brüder in der New York Evening Post erschien, meldete sich ein Zeuge, der behauptete, Russell Colvin in New Jersey gesehen zu haben. Schließlich wurde Colvin aufgespürt und zurück nach Manchester gebracht, um zu beweisen, dass er am Leben war. Am 22. Dezember 1819, nur einen Monat vor der geplanten Hinrichtung von Stephen Boorn, schockierte Colvin die Gemeinde mit einem überraschenden Auftritt. Die Boorn-Brüder wurden daraufhin offiziell entlastet.

Das Schicksal hat es gut mit den beiden Brüdern gemeint und einen Justizirrtum, der auf einem geisterhaften Traum beruhte, glücklicherweise verhindert. Der nächste Fall wurde zwar nie aufgeklärt, hört sich aber im Nachhinein auch schwer nach einem Justizirrtum an.

Der Fall Booty gegen Barnaby

Würde man sich durch Berge aus Jahrhunderten von Gerichtsakten wühlen, hätte man es mit Sicherheit schwer, einen ungewöhnlicheren Fall als den von „Booty gegen Barnaby“ zu finden. Einige der Details sind unbekannt (z.B. die Vornamen der Beteiligten) und das Ganze klingt einfach zu unglaublich, um wahr zu sein. Doch es wurde tatsächlich ein offizieller Auszug in den Aufzeichnungen des „Court of the King’s Bench“ aus dem Jahre 1688 gefunden. Die Geschichte beginnt damit, dass ein Kapitän zur See namens Barnaby und seine Crew am 15. Mai 1687 gerade auf Hasenjagd auf der italienischen Insel Stromboli waren. An jenem Nachmittag sahen sie einen Mann, der von einer schwarzen Gestalt quer über die Insel gejagt wurde. Barnaby erkannte in dem Mann Mr. Booty, seinen Nachbarn aus Gravesend, England. Die beiden Gestalten rannten nun auf den Vulkan zu und verschwanden auf mysteriöse Weise in einer Art von Flammen.

Monate später kehrte Barnaby nach England zurück und war schockiert, zu erfahren, dass Mr. Booty zur exakt selben Zeit gestorben war, als er ihn auf Stromboli gesehen hatte. Barnaby kam zu der Überzeugung, dass er den Geist von Mr. Booty gesehen hatte als dieser in die Flammen der Hölle getrieben wurde. Seine Geschichte verbreitete sich schnell in der Stadt, doch Barnaby erhielt eine böse Überraschung, als er herausfand, dass die Witwe des Verstorbenen, Mrs. Booty, ihn wegen übler Nachrede angeklagt hatte. Offensichtlich gefiel es ihr ganz und gar nicht, dass der Kapitän Gerüchte verbreitete, ihr verstorbener Ehemann wäre in die Hölle verdammt worden. Unglaublich aber wahr. Dieser unfassbare Fall wurde tatsächlich am Oberen Gerichtshof des Königs angehört. Barnaby hatte den Vorfall auf Stromboli im Tagebuch des Schiffes festgehalten und mindestens 30 andere Zeugen konnten die Ereignisse bestätigen. Viele der Zeugen sagten aus, dass Mr. Booty die gleiche Kleidung zu tragen schien, die er im Augenblick seines Todes anhatte. Das Gericht kam nun zu der Schlussfolgerung, dass 30 Zeugen sich nicht hätten irren können. Sie entschieden zugunsten Barnabys. Mrs. Booty verlor den Fall.

Heute wäre solch ein Justizprozess undenkbar, doch im 17. Jahrhundert war der Glaube der Menschen an Himmel und Hölle noch viel stärker und fester Bestandteil ihrer Welt.

Diese Geschichte ist die letzter in unserer Serie über Geistersichtungen. Was glaubst du? Gibt es Geister?

 

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